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Frauen am deutschen Arbeitsplatz
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Schlendern Sie während der Mittagszeit durch
die Cafeteria, egal welcher großen Firma
in Deutschland, und Sie werden vermutlich über
den hohen Anteil Männer in Anzug und Krawatte
erstaunt sein. Ironischerweise dies gerade in einem
Land, in dem die Frauenbewegung von Anfang an
mit aktiv war und das derzeit zum ersten Mal in
seiner Geschichte von einer Kanzlerin regiert wird.
Somit wird überraschen, wie wenige Geschäftsfrauen
in Deutschlands Firmen etabliert sind. Schaut
man gar die Fotos der Vorstandsebene in einem deutschen
Geschäftsbericht an, wird man so häufig
eine Frau finden, wie ein vier-blättriges
Kleeblatt auf einer großen Wiese. Das Fehlen
von Frauen in Führungspositionen, speziell
im oberen Führungskreis, ist nicht nur in
Deutschland extrem, es ist ein sonderbares Phänomen.
Während etwa 60 Prozent aller Frauen zwischen
15 und 65 außer Haus arbeiten, sind doch
nur 30 Prozent in einem qualifizierten Beruf tätig
und davon wiederum nur zweidrittel Vollzeit. Was
ist es also, das Frauen von einem hochqualifizierten
Arbeitsplatz und Karriereambitionen fernhält,
stellen Frauen doch mittlerweile die Mehrheit der
Universitätsstudenten in Deutschland? Die
Meinungen hierüber gehen auseinander und reichen
von Diskriminierung am Arbeitsplatz über Ungleichbezahlung
bis zu fehlenden beruflichen Zielen des weiblichen
Geschlechts. Festzuhalten bleibt, dass in Deutschland
eine solche Mischung aus kultureller Tradition
und so-zialer Gesetzgebung herrscht, dass Frauen
eher geneigt sind sich für eine Alternative
zur beruflichen Karriere zu entscheiden. Wenn Sie
sich als Frau also plötzlich in einem männergefüllten
Konferenzraum wiederfinden, behalten Sie deshalb
ein paar Dinge im Gedächtnis:
Kultur und Tradition
Jahre ist
es her, da waren die Pflichten einer deutschen
Frau von den drei K’s bestimmt: „Kinder,
Küche, Kirche“. Heutzutage spielen die
ersten beiden, auch wenn nicht länger als
Pflichten bezeichnet, weiterhin eine wichtige Rolle
im Leben einer deutschen Frau. Während es
in vielen Ländern für Frauen üblich
ist, Vollzeit zu arbeiten, auch während die
Familie wächst, halten viele Deutsche an der
traditionellen Einstellung fest, dass eine Frau
nicht versuchen sollte, beides unter einen Hut
zu bringen. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen
Industrienationen wird dies in Deutschland von
Frauen nicht erwartet. Es mag einem merkwürdig
vorkommen, doch auch junge Frauen in Deutschland
sind weiterhin stark von dieser Tradition geprägt.
Wenn sie sich dafür entschieden haben, eine
Familie zu gründen, geben sie häufig
ihren Arbeitsplatz auf, um für einige Jahre
zu Hause zu bleiben. Eine so lange Arbeitspause
hat natürlich zumeist einschneidende Konsequenzen
für eine Karriere. Wenn eine Frau sich tatsächlich
dagegen wehrt, ihren Beruf an den Nagel zu hängen,
um die Kinder aufzuziehen und sie nicht von einem
außerordentlichen Umstand belastet ist (behinderter
Ehepartner, Alleinerziehend, unter anderem), könnte
es passieren, dass sie von der Familie, von Freunden
und Kollegen kritisiert wird.
Sozialgesetzgebung und der demographische Wandel
Vor dem Hintergrund einer dramatisch sinkenden
deutschen Bevölkerung hat das deutsche Sozialrecht
eine Unterstützungsleistung eingeführt,
die Einzelpersonen helfen soll, sich für Kinder
zu entschieden. Leider hat es den unglücklichen
Nebeneffekt, auch viele Frauen von ihrer beruflichen
Karriere fern zu halten. Denn die finanzielle Unterstützung
des Staates für junge Familien ist so verlockend,
dass Frauen auch nach dem ersten Kind nicht an
ihren Arbeitsplatz zurück kehren:
- Elterngeld – diese
steuer-finanzierten Mittel werden Eltern für
das Jahr nach Geburt des Kindes angeboten. Die
derzeitige Regelung sieht für angestellte
Mütter oder Väter vor, zweidrittel des
Jahresgehaltes eines Elternteils bis zu einer Höchstgrenze
von derzeit 25.200 Euro zu kompensieren.
- Kindergeld – Zusätzlich
zum Elterngeld erhalten Eltern je nach Anzahl der
Kinder mindestens 150 Euro pro Monat und Kind.
Das Kindergeld wird beschäftigungsunabhängig
für alle Kinder unter 18 Jahren gezahlt und
verlängert sich bis 26 Jahre, wenn sie noch
in Ausbildung sind.
- Arbeitsschutz – Mütter,
die sich entschieden haben, nach der Geburt ihres
Kindes zu Hause zu bleiben, wollen oft irgendwann
wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Dieser
Prozess wird durch die deutsche Gesetzgebung insoweit
begünstigt, da ein Arbeitgeber bis zu drei
Jahren nach der Schwangerschaft den Arbeitsplatz
für die Rückkehr offen halten muss. Diese
Zeitspanne wird als so genannte EIternzeit bezeichnet.
Wenn sich Frauen entscheiden, mehrere Kinder zu
bekommen, wird diese Periode von drei Jahren jedoch
weit überschritten. Eine so lange Auszeit
verhindert dann oft einen Aufstieg in echte Managementjobs
oder andere Führungspositionen. Meist entscheiden
sich Frauen dann für einen Teilzeitjob und
können sich damit weiterhin wenigstens für
einen halben Tag um die Familie kümmern.
Eine große Lücke
trotz eines hohen Lebensstandards
Eine Pause durch die Elternzeit
oder Teilzeit-Arbeit, sowie die Befürchtung
vieler Arbeitgeber, dass eine Frau im gebärfähigen
Alter weniger an das Unternehmen gebunden sein
könnte, tragen wesentlich dazu bei, dass Frauen
im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als
Männer in einem vergleichbaren Job. Dass dieser
Umstand auch das Resultat einer Mischung mehrerer
Einflüsse ist, wie beispielsweise zu wenige
Kindertagesstätten und zu geringe Berufsfördermöglichkeiten
für Frauen, muss eigentlich in Deutschland
beunruhigen, leidet das Land doch unter dem dritthöchsten
geschlechterbedingten Gehaltsunterschied innerhalb
der Europäischen Union. Allerdings haben deutsche
Männer auch eines der höchsten Durchschnittsgehälter
in Europa. Das öffnet nicht nur die Gehaltsschere
noch weiter, sondern fördert auch die Entscheidung
der verheirateten Frauen, sich zuhause um die Kinder
zu kümmern, anstatt sich um einen Job zu bemühen.
Tipps, wenn man trotzdem die Karriereleiter nach
oben will
Obwohl es so viele Gründe gibt,
die verhindern, dass eine Frau in Deutschland eine
berufliche Karriere anstrebt, befindet sich die
Rolle der Frauen am Arbeitsplatz im Wandel. Die
schrumpfende Arbeitsbevölkerung in Deutschland
ist nicht nur davon beeinflusst, dass Frauen weniger
Kinder bekommen wollen, sondern auch weil die Zeit
näher rückt, dass sich die in den Babyboom-Jahren
Geborenen in staatsfinanzierte Renten zurückziehen.
Damit wird zusätzlich die weibliche Arbeitskraft
zunehmend unverzichtbar.
Zur gleichen Zeit haben
viele jüngere deutsche Frauen einfach keine
Kinder mehr, oder widersetzen sich der Tradition
mit dem Versuch, sowohl Karriere als auch Familie
unter einen Hut zu bringen. Diese Trends tragen
zu einer sich ändernden deutschen Arbeitsgesellschaft
bei. Nun, wenn Sie zu den Frauen gehören,
die gegenwärtig auf einer unteren Sprosse
der Karriereleiter stehen, brauchen Sie trotzdem
nicht resignieren. Frauen können ebenso gut
aufsteigen wie Männer – sie müssen
einfach nur wissen, wie sie vermeiden, sich selbst
im Wege zu stehen. Hier einige Tipps, die helfen
sollen, die nächste Stufe zu erklimmen:
- Verhalten im Büro
Immer wieder sind wir in
diesem Buch auf das unterschiedliche Verhalten
im beruflichen und privaten Leben eingegangen.
Die meisten dieser Unterschiede gehen auf den Einfluss
des Ranges innerhalb der Hierarchie am Arbeitsplatz
zurück.
Als Frau können Sie sich manchmal
in einer etwas peinlichen Situation befinden, wenn
sich nämlich männliche Kollegen nicht
an die Regeln halten und, zum Beispiel Ihnen zuerst
die Hand schütteln wollen oder Ihnen die Tür
aufhalten, einfach weil Sie eine Frau sind. In
solchen Fällen seien Sie nicht verlegen und
denken Sie daran, dass Sie nicht diejenige sind,
die die Fehler macht.
Akzeptieren Sie am besten
einfach diese kavalierhaften Gesten, aber erwarten
Sie sie auch nicht. Viele Männer (und Frauen)
merken nicht, dass solches Benehmen eher im privaten
Leben seinen Platz hat als am Arbeitsplatz. In
der Tat versuchen manche, außerordentlich
höflich zu sein und einen guten Eindruck zu
machen. Eine solche Geste zurück zu weisen,
wäre nicht nur unhöflich, sondern würde
in den meisten Fällen einfach nicht verstanden
werden. Dies sei auch gesagt, um die Etiketteregeln
zu den Rangfolgen aktiv zu leben und damit Ranghöhere
zuerst ein Zimmer oder den Aufzug betreten zu lassen,
wenn Sie selbst die Situation in der Hand haben.
Eine andere typische Fallgrube, die sich einer
Frau in einem männlichdominierten Büro öffnet,
ist die Neigung sich um häusliche Dinge zu
kümmern, ganz so wie sie es im eigenen Haushalt
zu sein scheint. Wichtig ist jedoch, dass eine
Frau aus der Gefälligkeit, einmal den Kaffee
zu kochen, das Geschirr zu spülen, oder die
Pflanzen zu gießen, nicht etwas macht, von
dem die männlichen Kollegen den Eindruck gewinnen,
es sei die Normalität oder gar eine Verpflichtung.
Im Gegenteil, diese Aufgaben sollten von jedem
im Büro ohne Rücksicht auf das Geschlecht
wahrgenommen werden und, außer sie sind in
der Stellenbeschreibung festgeschrieben, sollten
nicht der gewohnheitsbedingten Verantwortung einer
einzelnen Person zukommen. Sowohl männliche
als auch andere weibliche Kollegen werden wahrscheinlich
mütterliche Gesten schätzen. Wenn sie
sich jedoch um die Anerkennung für solche
Taten bemühen, 183 gehen Sie das Risiko ein,
für ihre wahren Kompetenzen, die sich aus
Ihrer Aufgabe ergeben, weniger geschätzt
zu werden.
- Was sollte ich anziehen?
Noch mehr Ablenkung
von professioneller Kompetenz einer Frau als
das Bemuttern kann bei männlichen Kollegen
eine unpassende Kleidung auslösen. Am Arbeitsplatz
ist es für Frauen wichtig daran zu denken,
dass sexy nicht dasselbe ist wie attraktiv oder
modisch. Obwohl wir bereits einige Kleidertipps
für Frauen im Kapitel „Geschäftskleidung“ vorstellten,
sollte eine Frau, die auf einen seriösen
und professionellen Eindruck Wert legt, sich
für den Erfolg kleiden. Hier die Regeln:
- Haut
zeigen ist out nicht in Wenn es irgendetwas
gibt, das Menschen, sowohl Männer als auch Frauen,
davon abhält Ihrem Vortrag die gebührende
Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, dann ist es
eine tief ausgeschnittene Bluse, ein zu kurzer
Rock, ein rückenfreies Kleid, nackte Beine
oder ein Stück Bauch, das zu sehen ist.
Wenn die Sommertemperaturen steigen und manche
weiblichen Kollegen herum laufen als seien sie
am Strand, fühlen sich weitere Frauen dazu
verleitet, mehr Haut zu zeigen als es ihrer Position
angemessen ist. Für die Geschäftsfrau
jedoch, für die Anerkennung der intellektuellen
und geistigen Fähigkeiten sehr wichtig ist,
ist dieses Verhalten völlig ungeeignet.
Vergessen Sie auch nie, einen Unterrock und Nylonstrümpfe
unter Röcken und Kleidern zu tragen, egal
wie groß die Hitze auch sein mag.
- Diese
Schuhe sind zum Laufen da Ihre Schuhe sollten
nicht das Erste sein, was Leute an Ihnen
bemerken, insbesondere wenn Sie versuchen,
mit sehr hohen Absätzen sich Ihren Weg
durch das Konferenzzimmer zu bahnen. Die
Schuhe, die Sie zur Arbeit tragen, sollten
klassisch, von guter Qualität, stilvoll
und komfortabel sein. Am besten wählen
Sie dunkle Pumps mit mäßig hohem
oder flachem Absatz. Vermeiden Sie Stilettos,
Keilabsätze,
grelle Farben und schrille Muster, genauso
wie Beschläge und lange Bänder,
die möglicherweise zu abwegigen Assoziationen
verleiten. Vergewissern Sie sich auch, dass
die Schuhe etwas eingelaufen und damit komfortabel
sind, bevor Sie sie zur Arbeit tragen. Es
ist verführerisch, zu einem großen
Firmenereignis ganz neue Schuhe zu tragen,
doch nichts ist peinlicher, als wenn Sie
am Ende des Tages vor lauter Blasen an den
Füßen barfuß, die Schuhe
in der Hand, auf Zehenspitzen in Richtung
Auto laufen müssen.
- Der Arbeitsplatz
außerhalb des Arbeitsplatzes
Im Laufe
eines Jahres werden Sie gelegentlich Ihre
Kollegen für eine Veranstaltung außerhalb
des normalen Arbeitsumfeldes treffen. Ob
Sie sich nun in einem firmen-finanzierten
Zelt auf dem Oktoberfest oder auf einem formellen
Weihnachtsball Ihres Unternehmens befinden,
ist es immer wichtig, dass Ihre Kleidung
angemessen und passend zum Ereignis gewählt
ist. Die Tatsache, dass Sie nicht mehr im
Büro sind, bedeutet nicht, dass Sie
ein professionelles Erscheinungsbild ablegen
können, auch dann nicht, wenn der Alkohol
beginnt zu fließen und die Etikette
ins Wanken zu geraten droht. Sollte Ihre
Leistung beginnen auf Ihrem engen, kleinen
Schwarzen, dem Herunterlassen Ihres Haars
oder dem Füßeln mit dem Sitznachbarn
beim Aufspielen der Musik zu bestehen, könnte
ein falscher Eindruck bei Ihrem Chef und
Ihren Kollegen entstehen. Haben Sie Spaß an
diesen Ereignissen, aber respektieren Sie
immer sich und andere, denn Sie wollen Ihren
nächsten Arbeitstag nicht mit einem
sozialen Kater beginnen.
Romanzen bei der Arbeit
Nicht nur ein Unternehmen
gruppiert automatisch bestimmte Personen nach ihren
Fähigkeiten und Interessen, auch gibt das
tägliche Arbeitsleben uns die Chance, andere über
einen langen Zeitraum zu beobachten und in vielen
verschiedenen Situationen kennenzulernen. Hat man
dies im Hinterkopf und bedenkt, dass Romanzen im
Büro von deutschen Unternehmen akzeptiert
werden, wundert es nicht, dass so manche ihren
Lebenspartner bei der Arbeit kennen lernen. Dies
sind gewiss gute Neu185 igkeiten für alleinstehende
Männer und Frauen. In einer männer-dominierten
Arbeitswelt ist jedoch der gute Ruf einer Frau
stärker gefährdet, wenn es zu einem Techtelmechtel
kommt. Sollten Sie also mit einem Kollegen ausgehen
wollen oder Sie haben sich gar in einen Kollegen
verguckt, beachten Sie Folgendes:
- Widerstehen
Sie der Versuchung, jeden sofort wissen zu lassen,
dass Sie mit einem Kollegen ausgehen. Selbst wenn
Sie das Gefühl haben, vor lauter Schmetterlingen
im Bauch zu platzen, versuchen Sie diskret zu bleiben.
Es fällt immer schwer einen Korb zu bekommen,
doch es ist ungleich schmerzhafter, wenn so etwas
jeder im Büro weiß. Erst wenn beide
sicher sind, dass es mehr als ein kurzer Flirt
ist, ist es auch möglich, es die Kollegen
wissen zu lassen. Während der Arbeit sollten
Sie jedoch Gesten der Zuneigung unbedingt unterlassen.
Es ist nicht nur unprofessionell, sondern kann
sehr peinlich sein, wenn ein Kollege mitbekommt,
dass Sie sich im Aufzug, der Kaffeeecke oder im
Treppenhaus umarmen oder küssen.
- Wenn
Sie eine Beziehung zu einem Kollegen haben, vergeuden
Sie nicht Ihre Arbeitszeit mit Plaudern, Anrufen
oder E-Mails. Ein solches Benehmen ärgert
nicht nur andere Kollegen, die bei privaten Gesprächen
zuhören müssen, sondern verführt
auch dazu Ihre Aufgaben zu vernachlässigen.
Strapazieren Sie auch die gemeinsame Mittagspause
nicht über Gebühr und warten Sie mit
irgendwelchen Zuneigungsbekundungen bis der Arbeitstag
vorbei ist.
- Die Dinge können noch
komplizierter werden, trifft man sich privat
aus unterschiedlichen Hierarchiestufen zu einem
Rendezvous. Gerüchte über den Versuch,
sich den Weg nach oben „beizuschlafen“ sind
schnell in die Welt gesetzt und durchaus nichts
Ungewöhnliches.
Aus diesem Grunde ist es äußerst wichtig,
dass die Beziehung das Berufsleben oder die Verantwortung
als Kollege beziehungsweise Kollegin nicht beeinflusst.
In der Tat ist es sogar empfehlenswert, dass
einer der Partner beginnen sollte, sich nach
einer anderen Stelle umzusehen, wenn für
beide klar ist, dass sie langfristig eine Beziehung
eingehen wollen. Das ist auch anderen Arbeitskollegen
gegenüber nur fair, die sonst glauben könnten,
dass jemand unangemessene Vorteile auf Basis
der Beziehung ziehen könnte.
- Wenn
Ihr Chef oder ein verheirateter Kollege beginnt,
mit Ihnen zu flirten oder zweideutige Kommentare
zu machen, sollten Sie sich nicht dazu gedrängt
fühlen, ihm ebenso durch Flirten zu schmeicheln.
Dies sind Situationen, die einen negativen Einfluss
auf den Ruf einer Frau haben können und
dies ist umso unfairer, wenn man bedenkt, dass
die meisten Frauen sich darüber ärgern,
mit solch unangenehmen Situationen konfrontiert
zu werden. Antworten Sie in einem ernsten Ton,
nicht positiv oder unzweideutig auf Anspielungen
und Annäherungsversuche, sondern setzen
Sie gegen das Gesäusel sofort einen deutlichen
Akzent. Wenn Sie ständig von irgendjemandem
belästigt werden, sprechen Sie mit der Frauenbeauftragten
Ihres Unternehmens oder einer Arbeitnehmerorganisation.
Sie kann Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen
und bei hartnäckigen Fällen auch mit
dem Kollegen in Ihrem Namen sprechen. In solchen
Fällen jedoch ist eine gute Arbeitsatmosphäre
ohnehin schon vergiftet und Sie können sich
in letzter Konsequenz noch mit gesetzlichen Mitteln
gegen die sexuelle Belästigung wehren (AGG-Allgemeines
Gleichbehandlungsgesetz, siehe unseren Artikel
zu diesem Gesetz unter http://www.german-business-etiquette.com/).
Mentoren und andere Steigbügelhalter für
die Karriere
Wenn Sie als junge Frau ihre Karriere
in Deutschland beginnen, sollten Sie versuchen
mit einer älteren Berufskollegin eine Beziehung
aufzubauen, die Sie beraten und betreuen kann.
Manche Großunternehmen in Deutschland haben über
die Personalabteilung sogar formelle Gruppen ins
Leben gerufen, die jüngere mit älteren,
erfahren Mitarbeiterinnen in Kontakt bringen. Auch
wird durch spezielle Förderprogramme versucht,
Frauen bessere Karrierechancen in Berufssparten
zu eröffnen, in denen sie bislang unterrepräsentiert
waren, so zum Beispiel das Pro187 gramm Yolante
bei Siemens (www.siemens.de/yolante), das junge
Frauen durch ein technisch oder naturwissenschaftliches
Studium begleitet. Wenn keine solche Gruppe in
der Firma existiert, versuchen Sie über andere
berufs- und karriereorientierte Kontakte Rat und
Betreuung zu erhalten. Ein großes Netzwerk,
in dem es mehr als 10.000 themenorientierte Communities
gibt, ist der Business-Club Xing.de. Aber auch
Arbeitnehmervertreter, wie die Gewerkschaften IGMetall.de
und Verdi.de haben Ansprechpartner, an die Sie
sich direkt wenden können. Machen Sie klar,
dass Sie sie oder ihn als Mentor respektieren und
welches Ziel Sie im Unternehmen sowie im Beruf
erreichen wollen. Obwohl der Mentor einer Frau
nicht unbedingt eine andere Frau sein muss, sind
Frauen doch geeigneter, Probleme zu verstehen,
mit denen Sie sich konfrontiert sehen. Auch ist
es vermutlich einfacher, mit einer Frau Vertrauen
zu gewinnen. Während ein Mentor Ihnen bei
vielen Dingen einen professionellen Rat geben kann
und Ihnen beim Aufbau eines Netzwerkes hilft, sollte
eine Frau zusätzlich folgende Dinge beim Aufstieg
auf der Karriereleiter beachten:
- Wenn
Sie mehrere gute, berufsbezogene Kontakte pflegen,
werden Sie auch mehr Vertrauen in Ihre Aufgabe
und Ihre Zukunft im Unternehmen haben. Hüten
Sie sich jedoch davor diese Kontakte oder Freundschaften
zu verwenden, um mit ihnen zu prahlen oder andere
Kollegen manipulieren zu wollen. Dazu gehört
auch, beispielsweise, nicht zu erwähnen,
dass Sie zur Hochzeit des Sohnes des Vorstandsvorsitzenden
eingeladen sind. Dies untergräbt das Vertrauen
der Kollegen Ihnen gegenüber und macht sie
eifersüchtig.
- Selbst wenn Sie noch
immer als Neueinsteiger gelten, lehnen Sie sich
nicht zurück und lassen Sie sich von jedem über
alles beraten. Mentoren und andere Kollegen freuen
sich wohl, Rat zu geben und Ihnen einen besten
Start zu ermöglichen. Kommunizieren Sie
aber auch, dass Sie Fortschritte machen und geben
Sie eine Rückmeldung über die Erfolge
und die Freude, die Sie auf Basis der Bemühungen
anderer haben. Denken Sie auch daran, dass die
Investition von Zeit und Aufwand durch Andere
immer ein Kreislauf sein muss: Was Ihnen Gutes
widerfahren ist durch Andere, vergüten Sie
wiederum in Form eines Hilfsangebotes für
diejenigen, die nach Ihnen kommen. Speziell für
weibliche Angestellte mit beruflichen Ambitionen
ist es wichtig, dass sie zuweilen eine Kostprobe
ihrer Kompetenzsteigerung zeigen und damit demonstrieren,
dass sie sich in der Erledigung ihrer Aufgaben
unabhängig von anderen gemacht haben.
- In
jedem Büro treffen unterschiedliche Charaktere
und Persönlichkeiten aufeinander. Das da
in der täglichen Zusammenarbeit Konflikte
auftreten, ist unvermeidlich. Wenn Sie nur eine
von wenigen Frauen an diesem Arbeitsplatz sind,
ist es gar nicht abwegig, dass Sie ein beliebtes
Ziel für die Eifersüchte des Alpha-Tieres,
die Tiraden der wetteifernden Kollegen, die schlechten
Witze der Machos oder sogar der Kummerkasten
für deprimierte Kollegen sind. Dann ist
es wichtig, dass Sie den Kollegen begreiflich
machen, dass Sie weder Sozialarbeiter noch ein
Sandsack sind. Wichtig jedoch ist, dass Sie diese
Kollegen nicht ein-schüchtern, vor den Kopf
stoßen, sich unsensibel zeigen oder sich
in deren Probleme zu sehr hineinziehen lassen.
Zeigen Sie sich dennoch stets offen und positiv-optimistisch
und haben Sie Vertrauen in Ihre situationsbedingten
Entscheidungen und Ihre Arbeitsleistung.
- Zu
guter Letzt: Denken Sie daran, jedem in der Unternehmenshierarchie
ohne Unterschied auf seine Position mit Rücksicht
und Respekt zu begegnen. Denn nicht umsonst gibt
es die Redensart: „Man sieht sich immer
zwei mal im Leben”. Daran sollten Sie auch
beim Erklimmen der Karriereleiter denken: Wenn
Sie jemanden überholen, kann es gut sein,
dass Sie ihn beim Heruntergehen noch einmal treffen.
Schon deshalb ist es wichtig zu zeigen, dass
Sie jeden Kollegen respektieren. Und das beginnt
schon damit, sich beim Büroklatsch zurückzuhalten,
wenn manche negativ hinter dem Rücken anderer
reden.
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Viel Spaß beim Lesen!
Stichworte: Geschäftsessen,
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